Mann kniet zwischen Cannabispflanzen und schaut auf ein Tablet.
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Das Wichtigste in KürzeJobs in der CannabisbrancheSind diese zukunftssicher?Rechtslage nach der LegalisierungStudienlage zur LegalisierungFAQ zur Cannabisbranche

Am 1. April 2024 ist in Deutschland die Legalisierung von Cannabis in Kraft getreten. Dadurch haben sich mit einem Schlag eine Vielzahl an neuen Jobmöglichkeiten eröffnet.

Expert*innen, die sich mit Cannabis, seiner Wirkung und seinem Geschmack auskennen, sind gefragter denn je. Aber auch in der Forschung und vor allem in der Produktion von medizinischem Cannabis sind Fachkräfte händeringend gesucht.

Erfahre hier, welche vielfältigen Jobmöglichkeiten es in der noch jungen Cannabisbranche gibt und ob diese Cannabis-Jobs zukunftssicher sind. Wir geben dir auch einen kurzen Überblick über die aktuelle Rechtslage und Studienlage zur Cannabislegalisierung.

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Das Wichtigste in KürzeJobs in der CannabisbrancheSind diese zukunftssicher?Rechtslage nach der LegalisierungStudienlage zur LegalisierungFAQ zur Cannabisbranche

Das Wichtigste in Kürze

Welche Jobs in der Cannabisbranche gibt es?

Seit der Legalisierung von Cannabis eröffnen sich eine Vielzahl an neuen Berufsfeldern. Dazu zählen:

  1. Cannabis-Sommelier*ère
  2. Budtender*in
  3. Trimmer*in
  4. Fachärzt*in für medizinisches Cannabis
  5. Naturwissenschaftler*in mit Forschungsschwerpunkt Cannabis (Biolog*innen, Chemiker*innen, Biochemiker*innen)
  6. Laborant*in mit Schwerpunkt Cannabischemie
  7. Landwirt*in im Hanfanbau
  8. Eine Vielzahl an Jobs in der Cannabisbranche, die nur indirekt mit Cannabis zutun haben

1. Was macht ein*e Cannabis-Sommelier*ère?

Cannabis-Sommelier*ère sind Expert*innen, die sich mit den unterschiedlichen Sorten und Aromen von Cannabis auskennen und über die verschiedenen Möglichkeiten des Konsums Bescheid wissen. Sie sprechen also für jede*n die richtige Empfehlung aus. So gibt es zu jeder Stimmung die passende Sorte und die richtige Art, das Cannabis zu konsumieren. Gleiches gilt auch, wenn Marihuana der Begleiter für eine Mahlzeit sein soll. Wie beim Wein gibt es nämlich auch hier Sorten, die sich besser oder schlechter zur jeweiligen Speise eignen. Der*die Cannabis-Sommelier*ère steht hier mit Rat und Tat zur Seite.

Wichtig: Die Begriffe Cannabis-Sommelier*ère, Weed-Sommelier*ère oder auch Cannabis-Tester*in sind in Deutschland nicht geschützt und es verbirgt sich dahinter auch keine staatliche Ausbildung. Trotzdem kannst du in einigen Unternehmen in Deutschland als Cannabis-Sommelier*ère tätig werden.

Orte, an denen sie beschäftigt sind, sind gehobene Restaurants, Clubs oder Veranstaltungen, wo Cannabis in Verbindung mit kulinarischen Erlebnissen angeboten wird.

2. Was ist ein*e Budtender*in?

Ein*e Budtender* ist ein*e Expert*in im Bereich Cannabis, der*die durch Erfahrung und Interesse an der Thematik ein umfassendes Fachwissen über Cannabis erlangt hat. Sie kennen sich bestens mit den im Shop geführten Sorten aus und können Kund*innen ausführlich beraten, um die passende Sorte für deren Bedürfnisse zu finden.

Ein*e Budtender*in verfügt zwar über ähnliche Kenntnisse wie ein*e Cannabis-Sommelier*ère, dennoch unterscheiden sich die beiden Berufe in einigen Punkten. So arbeiten Budtender*innen größtenteils in Coffeeshops bzw. in lizensierten Cannabis-Geschäfte. Auch in Apotheken sind Budtender*innen zur Abgabe medizinischen Cannabis beschäftigt.

Wichtig: Eine Budtender-Ausbildung gibt es derzeit noch nicht. Wer als Budtender*in arbeiten will, sollte alles über Cannabis wissen, was wichtig ist. Neben dem Wissen über die verschiedenen Cannabissorten müssen Budtender*innen immer über die neuesten Entwicklungen und Ereignisse in Bezug auf Cannabis weltweit informiert sein. Außerdem sollten sie ein Gespür für Menschen haben und bei Beratungen offen, professionell und freundlich auftreten, dabei aber nie aufdringlich werden.

Damit kennen sich Budtender*innen aus:

3. Was ist ein*e Trimmer*in in der Cannabisbranche?

Ein*e Cannabis-Trimmer*in ist eine Person, die für das Trimmen und Vorbereiten von Cannabisblüten oder -pflanzen für den Verkauf oder die Weiterverarbeitung verantwortlich ist. Die Hauptaufgabe eines*einer Cannabis-Trimmer*in ist es, die Blätter und kleinen Blütenstände von den Cannabis-Pflanzen zu entfernen, ohne dass die wertvolle Blüte dabei beschädigt wird.

Trimmer*innen arbeiten dabei mit speziellen Scheren oder Werkzeugen und der Trimmprozess kann je nach den Anforderungen des Endprodukts ganz unterschiedlich aussehen. Manchmal wird grober und manchmal nur ganz fein getrimmt, um eine höhere Konzentration der Wirkstoffe zu erreichen.

Cannabis-Trimmer*innen arbeiten oft in großen Anbaubetrieben. Sie können auch in kleineren Betrieben oder Gärtnereien beschäftigt sein, die sich auf den Anbau von hochwertigem Cannabis für den medizinischen oder Freizeitgebrauch spezialisiert haben.

Ein Mann trimmt Cannabis.
Trimmer*innen achten akribisch darauf, dass die Cannabisblüte nicht beschädigt wird. © UCA films

4. Was ist ein*e Cannabis-Ärzt*in?

Ein*e Cannabis- Ärzt*in ist hat sich auf die Behandlung von Schmerzen mithilfe medizinischen Cannabis spezialisiert. Ein* Cannabis- Ärzt*in kann in verschiedenen medizinischen Fachgebieten tätig sein, zum Beispiel in der Schmerzmedizin, der Neurologie oder der Palliativmedizin.

Cannabis-Ärzt*innen können Patient*innen bei der Auswahl der richtigen Cannabisprodukte, Dosierungen und Behandlungspläne unterstützen und sie während des gesamten Behandlungsprozesses begleiten.

5. Was machen Naturwissenschaftler*innen mit Forschungsschwerpunkt Cannabis?

Naturwissenschaftler*innen mit dem Forschungsschwerpunkt Cannabis sind THC-Spezialist*innen. Diese Personen haben sich auf den Umgang mit Tetrahydrocannabinol (THC) spezialisiert – das ist der psychoaktive Bestandteil von Cannabis.

Diese Person kann ein*e Expert*in sein, wenn es um Cannabis-Zucht, die Isolierung von THC oder den THC-Gehalt in Cannabisprodukten geht. Auch mit den Wirkungen von THC auf den Körper und mit medizinischen Anwendungen von THC kennen sie sich aus. THC-Spezialist*innen sind Profis in den Bereichen Chemie, Biologie und Pharmakologie von THC und können in verschiedenen Branchen wie Medizin, Forschung oder dem legalen Cannabismarkt tätig sein.

6. Was macht ein*e Laborant*in mit Schwerpunkt Cannabis?

Ein*e Laborant*in mit Schwerpunkt Cannabis übernimmt eine zentrale Rolle in der Qualitätskontrolle und Forschung rund um Cannabisprodukte. Laborant*innen führen Laboranalysen durch und überprüfen den THC-Gehalt, um sicherzustellen, dass gesetzliche Vorgaben eingehalten werden. Es wird auch geprüft, ob die Produkte mögliche Rückstände von Pestiziden, Schwermetallen oder Schimmel aufweisen.

7. Was macht ein*e Landwirt*in im Hanfanbau?

Ein*e Landwirt*in im Hanfanbau kümmert sich um die Aufzucht, Pflege und Ernte der Pflanzen. Dazu gehören das Pflanzen, Bewässern, Düngen, Beschneiden und der Schutz vor Schädlingen. Zusätzlich gehört es zu den Aufgaben, die Wachstumsbedingungen zu überwachen, die Qualität zu sichern und gesetzliche Vorschriften einzuhalten, damit eine erfolgreiche und hochwertige Cannabis-Ernte möglich ist.

8. Welche Jobs gibt es in der Cannabisbranche, die nur indirekt mit Cannabis zu tun haben?

In der Cannabisbranche gibt es zahlreiche Jobs, die nicht direkt mit dem Anbau oder der Abgabe von Cannabis verbunden sind, sondern wichtige unterstützende Aufgaben übernehmen. Dazu zählen:

Diese Tätigkeiten sorgen dafür, dass Cannabisprodukte sicher, zuverlässig und effizient ihren Weg von der Herstellung bis zu den Kund*innen finden. Von der Logistik über Marketing bis hin zur Qualitätssicherung bieten sich viele berufliche Möglichkeiten, bei denen du deine Fähigkeiten in unterschiedlichen Bereichen einsetzen kannst.

Sind Jobs in der Cannabisbranche zukunftssicher?

Ob Jobs in der Cannabisbranche langfristig zukunftssicher sind, hängt stark vom politischen Klima in Deutschland ab. Cannabis ist ein hochpolitisiertes Thema, und die Legalisierung von Cannabisprodukten befindet sich noch in einer sehr jungen Phase. Der Gesetzgeber hat eine abschließende, ergebnisoffene Evaluation angekündigt, die darüber entscheidet, ob die Legalisierung ausgeweitet, angepasst oder sogar zurückgenommen wird.

Eine Karriere in diesem Bereich bietet dir Chancen, aber auch Unsicherheiten. Wer hier arbeitet, profitiert von einem innovativen Arbeitsumfeld mit spannenden Aufgaben und kann beruflich frühzeitig Erfahrungen in einem wachsenden Bereich sammeln. Gleichzeitig solltest du dir aber bewusst sein, dass die Zukunft der Cannabisbranche stark von politischen Entscheidungen abhängt.

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Rechtslage nach der Legalisierung von Cannabis

Im Zuge der Legalisierung von Cannabis wurde THC im Betäubungsmittelgesetz von der Liste der verbotenen Substanzen gestrichen. Dennoch unterliegen Besitz, Konsum, Anbau und Abgabe von Cannabis strengen gesetzlichen Vorschriften:

  1. Privater Besitz: In der Öffentlichkeit dürfen Volljährige bis zu 25 Gramm Cannabis bei sich haben. Zuhause ist der Besitz von bis zu 50 Gramm Cannabis erlaubt.Überschreitungen von fünf Gramm unterwegs oder zehn Gramm zu Hause gelten als Ordnungswidrigkeiten. Bei Besitz größerer Mengen droht eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe.
  2. Privater Anbau: Es dürfen bis zu drei weibliche blühende Cannabis-Pflanzen pro volljähriger Person gehalten werden. Volljährige können Cannabissamen aus EU-Mitgliedsstaaten für den privaten Anbau einführen oder online bestellen. Privat angebautes Cannabis dient dem Eigenkonsum und darf nicht an Dritte weitergegeben
  3. Öffentlicher Konsum: Zur Wahrung des Kinder- und Jugendschutzes ist der öffentliche Konsum von Cannabis stark eingeschränkt. So ist kein Konsum in Sichtweite (100m) von öffentlichen Einrichtungen, in denen Kinder und Jugendliche für gewöhnlich anzutreffen sind, oder in unmittelbarer Nähe von minderjährigen Personen gestattet.
  4. Nichtkommerzieller Anbau: Anbauvereinigungen haben nach Genehmigung die Möglichkeit, gemeinschaftlich und nichtgewinnorientiert Cannabis anzubauen und an ihre Mitglieder unter Selbstkostenpreis
  5. Nichtkommerzielle Abgabe: Anbauvereinigung dürfen an ihre Mitglieder zum Eigenkonsum höchstens 25 Gramm Cannabis pro Tag und höchstens 50 Gramm Cannabis pro Monat abgeben.
  6. Kommerzieller Anbau und Abgabe: Eine kommerzielle, gewinnorientierte Verbreitung von Cannabis ist nicht gestattet. Daraus folgt auch ein striktes Werbeverbot, um die Attraktivität von Cannabis sowohl für minderjährige als auch volljährige Erstkonsument*innen zu senken.

Studienlage zur Cannabislegalisierung

Das in Hamburg ansässige Institut für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung (ISD) hat im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) im April 2023 einen technischen Bericht vorlegt. In diesem hat das ISD sie verschiedene, internationale Erfahrungen mit der Legalisierung von Cannabis zusammengetragen, ausgewertet und daraus eine Handlungsempfehlung abgeleitet:

Um den Schwarzmarkt mit verunreinigten Produkten zurückzudrängen, solle ein legaler, regulierter und nichtkommerzieller Markt geschaffen werden. In Kombination mit einem strikten Werbeverbot, werde so, unter Wahrung des Jugendschutzes, die kontrollierte Abgabe reiner Produkte an Konsument*innen gewährleistet (vgl. Institut für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung: Policy Paper. Effekte einer Cannabislegalisierung (ECaLe), Hamburg 2023).

1 Jahr nach der Legalisierung

Ein Jahr nach der Teillegalisierung von Cannabis ist die Studienlage zu den Auswirkungen auf Konsument*innen und Gesellschaft eher dürftig. In ihrer Cannabis-Bilanz stellte die Tagesschau-Redaktion am 1. April 2025 einerseits fest, dass die Anzahl der Konsument*innen ein Jahr nach der Legalisierung gleichgeblieben ist. Andererseits kommt die Zurückdrängung des Schwarzmarkts nicht in Fahrt, da viele Anbauvereine noch mit hohen Auflagen zu kämpfen haben und daher die Verfügbarkeit von legalem Cannabis nicht wie gewünscht gegeben ist (vgl. tagesschau.de: Bilanz der Teillegalisierung. Ein Jahr Cannabis-Gesetz in Deutschland, Stand: 01.04.2025 12:08 Uhr).

Disclaimer: Dies ist keine rechtsverbindliche Auskunft. Die in diesem Artikel veröffentlichten Rechtsgrundlagen wurden sorgfältig zusammengestellt, erheben aber keinen Anspruch auf Aktualität, sachliche Richtigkeit oder Vollständigkeit; eine entsprechende Gewähr wird nicht übernommen. Insbesondere übernimmt The Stepstone Group Deutschland GmbH keinerlei Haftung für eventuelle Schäden oder Konsequenzen, die durch die direkte oder indirekte Nutzung der bereitgestellten Inhalte entstehen.

FAQ zur Cannabisbranche in Deutschland nach der Legalisierung

Wieso wurde Cannabis legalisiert?

Dass Cannabis legalisiert wurde, hat mehrere Gründe. Zum einen soll damit unkontrollierter Handel über den Schwarzmarkt verhindert oder zumindest eingedämmt werden. Konsument*innen können jetzt außerdem sauberes und geprüftes Cannabis zu sich nehmen. Sie laufen nicht mehr Gefahr, an Cannabis zu geraten, das mit Sand, Zucker oder chemischen Wirkstoffen streckt ist, wie es bei Marihuana vom Schwarzmarkt bislang oft der Fall war. Mit der Legalisierung geht außerdem eine härtere Bestrafung des Verkaufs an Heranwachsende einher. In den letzten zehn Jahren hat sich der Konsum bei Kindern und Jugendlichen verdoppelt. Nach wie vor ist es für Minderjährige verboten, Cannabis zu kaufen, besitzen und anzubauen. Es wurde vom Bundesgesundheitsministerium außerdem eine Aufklärungskampagne für junge Leute gestartet.

Welche Cannabis-Jobs gibt es?

Cannabis-Jobs gibt es in den verschiedensten Branchen. Cannabis-Sommelier*ère sind zum Beispiel echte Feinschmecker, wenn es um Cannabis geht. Budtender*innen kennen sich ebenfalls hervorragend mit allem aus, was man über Cannabis wissen muss und beraten ihre Kund*innen zum Beispiel in Coffeeshops oder Apotheken. Daneben gibt es Cannabis-Jobs, die direkt an der Pflanze stattfinden. Dazu zählen zum Beispiel Trimmer*innen, oder Personen, die rund um den Hanfanbau in der Landwirtschaft arbeiten.

Sind Cannabis-Jobs zukunftssicher?

Jobs in der Cannabisbranche sind nicht zukunftssicher. Die Cannabisbranche steckt noch in ihren Kinderschuhen. Es ist noch nicht absehbar, wie die nachfolgenden Regierungen die Auswirkungen der Legalisierung auf Konsument*innen und Gesellschaft bewerten. Je nach politischem Klima kann die noch junge Cannabisbranche weiterwachsen oder es werden ihr Steinen in den Weg gelegt.

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