Du möchtest wissen, wieviel du im Vertrieb verdienen kannst? Wir stellen dir fünf Sales-Berufe im Kurzprofil vor und zeigen dir, welche Faktoren dein Gehalt beeinflussen.
Mitarbeiter*innen im Bereich Sales werden in nahezu allen Unternehmen gebraucht, die Waren oder Dienstleistungen produzieren – in Zeiten des Fachkräftemangels umso mehr. Aktuell sind über 31.000 offene Stellen im Vertrieb und Verkauf auf stepstone.de ausgeschrieben. Zu den wichtigen Branchen im Vertrieb gehören der Groß- und Einzelhandel, Pharma, das Bank- und Versicherungswesen, die Automobilindustrie, der IT-Sektor und die Industrie. Jobs im Vertrieb gelten als sehr lukrativ, doch die Tätigkeitsfelder sowie die Gehälter der verschiedenen Bereiche variieren teilweise sehr stark. Außerdem kratzen weit verbreitete Vorurteile am Image: Sales-Leute seien doch nur einfache Verkäufer, die ihre Provisionen mit unlauteren Methoden in die Höhe treiben und Teamwork sei eher nicht so ihr Ding.
In Wahrheit erfordert ein Job im Vertrieb eine große Bandbreite an Fähigkeiten und Kenntnissen: Einfühlungsvermögen, lösungsorientiertes Denken, kaufmännisches Wissen, Kommunikationsfähigkeit, Verhandlungsgeschick sowie Branchen- und Produktkenntnisse. Auch neue Trends und gesellschaftliche Entwicklungen verlangen Sales-Mitarbeiter*innen ab, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln:
Digitalisierung, Globalisierung oder datenbasierte Analysen prägen auch das Berufsbild der Vertriebsmitarbeiter*innen, das weit weg ist von der Vorstellung des „einfachen Verkäufers“. Viele anspruchsvolle und spannende Jobs mit guten Karriereaussichten warten in dem Bereich auf dich. Aber sind sie auch lukrativ?
So viel verdienst du im Vertrieb
Beschäftigte verdienen jährlich rund 43.600 € brutto im Median – fast so viel wie das bundesweite Median-Gehalt von 43.800 €. Mit Personalverantwortung steigt das Einkommen auf 54.800 € pro Jahr. Doch in welchen Vertriebs-Jobs verdienst du wie viel?
Was ist das Mediangehalt?
Und was unterscheidet es vom Durchschnittsgehalt? Der Durchschnitt wird berechnet, indem alle Werte summiert und danach durch die Anzahl der Datensätze geteilt wird. Der Durchschnittswert kann durch extrem hohe oder niedrige Werte verzerrt werden. Zur besseren Einordnung des Durchschnittswertes hilft deshalb ein Vergleich mit dem Median. Der Median ist der Wert, der genau in der Mitte aller Werte liegt. Das heißt, es gibt exakt gleich viele Gehälter, die niedriger und die höher sind als das Mediangehalt.
Wir haben die fünf Berufe aus dem Vertrieb ausgewertet, die Stepstone-Nutzer*innen laut Angabe in unserer Datenbank am häufigsten ausüben.
Unter dieser Bezeichnung werden sämtliche Berufe im Vertrieb zusammenfasst wie Vertriebsberater*in oder Vertriebsassistent*in. All diesen Jobs gemein ist ihre Funktion als Schnittstelle zwischen Produzenten bzw. Anbietern von Waren oder Dienstleistungen und Kunden. Vertriebsmitarbeiter*innen oder kurz „Vertriebler“ übernehmen bei der Vermarktung eine zentrale Rolle und sind dafür zuständig, Produkte zu verkaufen – im Direktvertrieb, also unmittelbar an den Endabnehmer, oder im indirekten Vertrieb, über Absatzmittler, z. B. Groß- und Einzelhändler. Dabei können sie im Innen- oder Außendienst tätig sein. In der Regel sind sie für genau eingegrenzte Gebiete zuständig, von regional bis international. Das Spektrum an Tätigkeiten ist groß, der Fokus liegt auf betriebswirtschaftlichen Kennzahlen wie Absatz und Verkaufszahlen, Kalkulationen von Angebotspreisen, Markt- und Bestandsanalysen etc. Sie übernehmen die gesamte Auftragsabwicklung – von der Rechnungstellung bis zur Bearbeitung von Reklamationen. Ihr Erfolg wird an vorgegebenen Vertriebszielen des jeweiligen Unternehmens gemessen. Das jährliche Bruttogehalt für Sales-Mitarbeiter*innen beträgt 37.100 €, allerdings liegt ein Viertel dieser Berufsgruppe mit mehr als 46.700 € deutlich über dem bundesweiten Median-Einkommen von 43.800 Euro.
Vertriebsmitarbeiter*innen im Innendienst sind in allen Unternehmen tätig, die Güter oder Dienstleistungen verkaufen – ob in der Pharmaindustrie, beim Flugzeugbau oder in Verlagshäusern. Die Betreuung von nationalen wie internationalen Bestandskunden gehört zu ihren wichtigsten Aufgaben sowie die Neukundenakquise. Außerdem erstellen sie Angebote und Rechnungen, verhandeln Verträge und planen Kundenveranstaltungen. Auch die gesamte Korrespondenz zu den Lieferanten fällt in ihren Tätigkeitsbereich. Aber in erster Linie sollen sie den Umsatz eines Unternehmens steigern, wofür sie verkaufsfördernde Maßnahmen einsetzen, oft in Zusammenarbeit mit der Marketingabteilung. Im Vergleich zu anderen Berufen im Vertrieb fällt ihr Bruttomediangehalt mit 38.700 € pro Jahr eher gering aus. Aber ein Viertel der Vertriebsmitarbeiter*innen im Innendienst kommt auf 45.400 €. Außerdem können Sales-Mitarbeiter*innen ihr Gehalt mit Bonuszahlungen oder Leistungsprämien nach erfolgreichen Vertragsabschlüssen aufbessern.
Der „Außendienstler“ ist für den Vertrieb von Produkten und Dienstleistungen zuständig, die sein Arbeitgeber anbietet, z. B. Modeartikel, Versicherungen oder Maschinen. Dabei steht er im engen Austausch mit Fachkräften aus der Produktion, denn Außendienstmitarbeiter*innen beraten Kunden zu einzelnen Warenleistungen und informieren über besondere technische Ausstattungen, Services und Zahlungsmodelle. Solche Produktpräsentationen und Beratungstermine finden meistens auf Messen, Ausstellungen oder beim Kunden vor Ort statt – also immer im persönlichen Kontakt. Um Besuche zu realisieren, sind Außendienstler viel unterwegs. Oft sind ihnen klar definierte Gebiete zugeteilt. Auf regionaler Ebene sind die Wege kürzer, längere Dienstreisen kommen vor, wenn die Beschäftigten für große Bereiche in Deutschland oder mehrere Länder zuständig sind. Das Ziel der Außendienstmitarbeiter*innen ist es, den Absatz zu steigern und gleichzeitig neue Absatzmärkte zu erschließen. Das geschieht vor allem über die Neukundengewinnung. Kommt es zu einem Auftrag, verhandeln sie Vertragskonditionen und erstellen Kauf- und Leasingverträge. Im Büro kümmern sie sich hauptsächlich um die Vor- und Nachbereitung von Kundenterminen und ums Beschwerdemanagement. Jährlich kommen Außendienstmitarbeiter*innen auf 49.400 € im Median, die Besserverdiener unter ihnen auf über 61.000 €.
Sales Manager*innen sind in der Regel leitende Angestellte im Außen- oder Innendienst. Sie übernehmen vielfältige koordinierende Aufgaben wie die Steuerung, Planung und Kontrolle von Absatzaktivitäten. Darüber hinaus sind sie für die Pflege der Kundenbeziehungen verantwortlich. Sales Manager*innen erarbeiten auch Verkaufsstrategien und gestalten Geschäftsprozesses mit. Zudem stehen sie in engem Austausch mit anderen Abteilungen wie Marketing, Unternehmenskommunikation und PR. Der Beruf bietet viele Aufstiegschancen und eine leistungsorientierte Bezahlung. Beschäftigte aus diesem Bereich erhalten im Median 65.200 € brutto fix. 25 % der Sales Manager*innen liegen sogar über der 86.000-Euro-Marke.
Das Ziel der Key Account Manager ist es, umsatzstarke oder strategisch wichtige Kunden eng an das Unternehmen zu binden und den Umsatz durch den Verkauf von Produkten zu steigern. Sie pflegen Kundenbeziehungen und unterstützen den Vertrieb bei der Neukundenakquise. In Verkaufs- und Beratungsgesprächen verhandeln sie Vertragskonditionen, analysieren Kundenbedürfnisse und erarbeiten Strategien, um neue Geschäftsfelder zu erschließen. Hierfür konzipieren sie erforderliche Vertriebsaktivitäten und führen diese aus, zum Beispiel die Kontaktaufnahme zu potenziellen Kunden. Im eigenen Unternehmen kommunizieren sie die Interessen ihrer „Schlüsselkunden“ an alle Abteilungen, mit denen sie eng zusammenarbeiten wie Vertrieb, Logistik, Marketing, Produkt-Management und Geschäftsleitung. Mit einem Bruttojahresgehalt von 67.100 € gehören sie zu den Spitzen-Verdienern in der Branche – mit Luft nach oben: Jede*r Vierte erreicht sogar über 84.200 € brutto im Jahr.
Die Gehälter von Vertriebs-Jobs weisen zum Teil erhebliche Unterschiede auf. Welche Faktoren hier eine Rolle spielen, haben wir für euch zusammengestellt:
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Hinweis: Die Gehaltsdaten in diesem Beitrag basieren auf dem Stepstone Gehaltsplaner und beziehen sich auf eine Analyse aus Juni 2023. Umfassende aktuelle Gehaltsdaten findest du auf der Seite "Der große Gehaltsvergleich".
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